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Standortsuche

Die Auswahl eines geeigneten Standortes ist eines der Hauptziele der Tiefenendlagerentwicklung. Es ist notwendig, dass der Standort nicht nur die Anforderungen zu Eigenschaften des Wirtsgesteines, vor allem sein Vermögen eventuell aus dem Endlager entwichene radioaktive Substanzen zu isolieren und zurückzuhalten, sondern auch eine ganze Reihe von „nicht-geologischen“ Anforderungen, unter denen Interessenkonflikte, Akzeptanz des Standortes für die Öffentlichkeit, technische Möglichkeit des Oberflächengeländeausbaus und Standortzugänglichkeit, erfüllt. Betrefflich des Gesteinsmilieus, ist es notwendig, am Anfang des Auswahlverfahrens ein solches auszuwählen, das auf dem Landesgebiet häufig vorzufinden ist und dessen geologische Entwicklung und Lage vermuten lassen, dass es die verlangten Eigenschaften haben wird, die darüber hinaus noch stabil für die notwendige Zeit sein werden.

Anfangs dieses Jahrhunderts war die erste Etappe (die sogen. Untersuchungsetappe) der Tiefenendlagervorbereitung zu Ende, die aus zwei Phasen bestand: Mappierung der Regionen und Auswahl versprechender Standorte. Dieser sollte die zweite Etappe folgen, im Laufe deren Untersuchungsarbeiten an den ausgewälten Standorten durchgeführt werden sollten. Die Arbeiten wurden dennoch durch die staatliche Beschlussfassung für 5 Jahre unterbrochen und sollten derzeit wieder aufgenommen werden.

Während der Unterbrechung liefen geologische Arbeiten an dem Versuchsstandort Melechov ab, bei denen Techniken und Verfahren überprüft wurden, die später bei den Untersuchungen der ausgewählten Standorte angewandt würden. Außerdem wurde die Anzahl der vorausgewählten Standorte um zwei neue erweitert, und zwar um die Truppenübungsplätze Poletitz (Boletice) und Burgstadtl (Hradiště).

Die Arbeiten auf die Weise zu erneuern, auf die im Einklang mit der Konzeption der Tschechischen Republik im Bereich des Umgangs mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen zwei Standorte zu ausführlichen Untersuchungen ausgewählt könnten, verlangt die Erfüllung einer Bedingung, die die Untersuchungseinwilligung vonseiten der Gemeinden ist.

Die geologischen Untersuchungen an den Standorten sind folgendermassen geplant: um den geeigneten Standort zu finden, wird es notwendig sein, in einer Tiefe von ungefähr 500 m unter der Erdoberfläche den Raum für das zukünftige Endlager (eine Fläche von 3-5 km2) abzugrenzen. Die Untersuchungsarbeiten werden in einem Raster von 100 x 100 m in einem Zeitabschnitt von 3 Monaten durchgeführt werden und aus Probennahmen bis in eine Tiefe von 1-2 m, beziehungsweise 3-5 m bestehen.

Die geophysikalischen Untersuchungen werden lediglich durch Messungen von der Geländeoberfläche durchgeführt. Das Resultat sollte ein Vorschlag von mehreren Stellen für die Bohrung in eine Tiefe von ca. 500 m und einer Stelle für die Bohrung in eine Tiefe von 1000 m sein. Diese Bohrarbeiten sollten in einem Zeitabschnitt von mehreren Monaten mit der Einwilligung der Grundstückseigentümer ablaufen.

Das Endziel sollte nach dem Referenzprojekt des Tiefenendlagers der Ausbau der unterirdischen Räume in abgeteuften Kavernen sein, die durch einen senkrechten der Menschen- und Materialbeförderung dienenden Schacht verbindet werden sollten. Die Voraussetzung sind dabei günstige durch Sicherheitsanalysen bestätigte Gelände- und geologische Bedingungen.

Die Suche nach einem für das Tiefenendlager geeigneten Standort wird förmlich in zwei Etappen aufgeteilt: Etappe Untersuchungen (Suche nach potentiell geeigneten Lokalitäten und Eigenschaften des Gesteinsmilieus) und Etappe Erforschung (Gewinnung und Überprüfung von Daten über geologische Formationen und unterirdische Räume vor dem Anfang der Bauarbeiten und in deren Laufe).

Die geologische Erforschung ist in drei Unterphasen unterteilt: Such-, Erforschungs- und Detailerforschungsunterphase. Die Suche nach dem geeigneten Standort wurde im Grunde genommen kurz nach der Inbetriebnahme der ersten Kernenergieblöcke d.h. in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgenommen. In den neunziger Jahren wurden dann die ersten das Potential des Gesteinsmilieus der Tschechischen Republik bewertenden Studien erarbeitet.

Geologische Untersuchungen (Analyse von Archivlandkarten, Luft- und Satelitaufnahmen, kleinere geophysikalische Messungen im Gelände, Durchführbarkeitsstudien zum Oberflächengelände); wegen des Charakters der Arbeiten ist für sie keine Einwilligung der betroffenen Gemeinden nötig
1990–1993: Das Tschechische Geologische Institut schlägt aufgrund mehrerer geologischer Kriterien 27 größere zu weiteren Untersuchungen empfohlene Standorte vor
1990–1998: Das Institut für Atomforschung Řež wählt 13 perspektivischste Lokalitäten aus und tritt zur Sammlung und Analyse der archivierten geologischen Informationen. Aufgrund dieser Analyse verengt sich die Auswahl auf 5 Lokalitäten, in denen 8 Standorte vorausgewählt werden
2002–2003: Die SÚRAO knüpft an die vorangehenden Arbeiten an und vervollständigt sie mit regionalen Untersuchungen nach den Empfehlungen der Internationalen Atomenergie-Agentur; aufgrund der neuen Kriterien wurden 11 Standorte empfohlen
2003–2005: Die SÚRAO schliesst die erste Untersuchungsetappe mit einer Auswahl von 6 relativ geeignetsten Standorten ab, die sie für die zweite luftgeophysikalische Erforschung und Satelitaufnahmen anwendende Untersuchungsetappe empfehlt. Es wurden Gebiete mit einem potentiell homogenen Gesteinsmillieu abgegrenzt und Polygone der zukünftigen Erforschungszonen an all den Standorten vorgeschlagen. Es wurden ebenfalls Durchführbarkeitsstudien zum Oberflächengelände des zukünftigen Tiefenendlagers, dessen Anbindung an die unterirdischen Räume und an die Beförderungs- und technische Infrastuktur erarbeitet.
2005–2009: Wegen des negativen Standpunkts der betroffenen Gemeinden wurden weitere Arbeiten an sechs erforschten Standorten durch Entscheidung der Regierung der Tschechischen Republik bis Ende 2009 unterbrochen. Im Jahre 2008 wurden die geologischen Untersuchungen in Auftrag mit dem Ziel gegeben, eine Analyse der auf fünf Truppenübungsplätzen der Tschechischen Republik archivierten geologischen Informationen zu erarbeiten. Der Zweck dieser Untersuchungen ist es, die Liste der geeigneten Standorte für die geologischen Untersuchungen um die jeweilige lokale öffentliche Einstellung weniger ätzende Lokalitäten eventuell zu erweitern.
Geologische Erforschung (manuelle und durch Bohrtechnik erfolgende Probennahme, ausführliche Messungen im Gelände; für die Erforschung ist die SÚRAO bestrebt, von den Gemeinden Einwilligung zur Durchführung der geforderten Arbeiten zu erhalten)
2010–2015: Die Suchphase der geologischen Erforschung beinhaltet eine ausführliche geophysikalische und geochemische Mappierung. Es wird eine ausführliche geologische Landkarte des Standortes mit dem Ziel ausgefertigt werden, eine Stelle für die Tiefbohrung (in eine Tiefe von 800–1 000 m) vorzuschlagen und vor allem in einer Tiefe von 500–600 m eines relativ homogenen Gesteinsmilieus den eine Fläche von ca. 3–5 km2 einnehmenden Raum für die eigene zukünftige Endlagerung abzugrenzen. Parallel dazu wird die technische Lösung der unterirdischen Räume, des Oberflächengeländes und deren Anbindung (einschließlich des Systems für den Transport zukünftiger Abfälle in die unterirdischen Räume und deren Endlagerung) erarbeitet. Die Standorteignung wird durch die angewendbare technische Lösung und die vorläufige Sicherheitsbewertung bestätigt werden. Das Resultat der Suchphase wird auf diese Weise ein Vorschlag eines Haupt- und eines Reservestandortes für das Tiefenendlager sein.
2015–2025: Während der Erforschungsphase wird der Charakter und die Eignung des ausgewählten Standortes aufgrund detaillierter Bohrungen, Gesteinserforschung und anderer erfolgender Untersuchungsarbeiten bestätigt. Der Reservestandort wird nur in dem Falle untersucht, dass der Hauptstandort aus irgendwelchen Gründen die ursprünglichen Voraussetzungen nicht erfüllt.
2025–2050: Die Arbeiten an dem Finalstandort werden in die Phase der Detailerforschung durch Bergwerke und des Ausbaus des unterirdischen Laboratoriums gelangen. Die Eigenschaften und die Eignung des Gesteinsmilieus werden direkt an dem Standort in dem Gesteinskomplex erforscht werden. Das Ziel wird es sein, eine für den Standortsicherheitsnachweis ausreichend glaubwürdige Datensammlung zu gewinnen, damit die Erteilung der Baubewilligung für das Tiefenendlager beantragt werden kann.
2050–2065: Ausbau des unterirdischen Komplexes und des Oberflächengeländes des Tiefenendlagers, seine Inbetriebnahme.